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10.10.2017 | Warum in die Ferne schweifen, wenn die Vielfalt doch so nah ist... zum Beispiel in Hamburg. Die Reisegruppe nach Hamburg (27 Schüler und zwei Lehrkräfte) jedenfalls bereuten es nicht, am Sonntag der zweiten Schulwoche zu anstrengend früher Uhrzeit in den ICE nach Hamburg gestiegen zu sein. Es sollte eine ereignisreiche Woche voller Natur und Kultur folgen.

Die Reisegruppe vom BNG war bereits am frühen Sonntagmittag in Hamburg, wobei eine Schülerin tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen erst am Dienstag nachreisen konnte. Nach dem Check-In im A&O-Hostel in Bahnhofsnähe begann die Hamburg-Tour mit einem Rundgang in der Hafencity und der Speicherstadt. Die Landeier aus dem Raum Marktheidenfeld sollten schon bald feststellen, dass die Wetterlage in Küstennähe gerne mal zum "Schiiietwedder" umschlagen kann. Nach sonnenbeschienenen Anfangsminuten mit Sonnenbrille, T-Shirt und dem einen oder anderen Nachjustieren des Körpergeruchs durch ein Deospray, zogen dunkle Wolken von der Küste auf. Wie ein schlechtes Omen kam dieser seltsam gräulich-gelbe Schleier immer näher und parkte dann genau über Hamburg. Es zog nicht darüber hinweg, sondern kreiste über den Großstadt an der Elbe. Blitze schossen direkt über den flüchtenden Hamburgern und Touristen danieder und ohrenbetäubend laute Donnerschläge ließen so manche Gesichtszüge der Schüler entgleisen. Nach etlichen Versuchen gab die Gruppe auf und fuhr mit der U-Bahn ins Hotel zurück. Man hatte das Gefühl, dass das Hamburger Wetter uns direkt ins Gesicht lachte, denn immer wenn wir uns aus der Versenkung wagten, prasselte erneut ein kalter Schauer auf die Spessarter. Durchgeweicht und fröstelnd blieb man im Hotel oder verbrachten den Nachmittag anderen trockenen Ecken Hamburgs.

Es sollte der einzige schaurige Tag der Abifahrt bleiben, auch wenn leichter Nieselregen immer wieder einsetzte. Am Montag ging's ab nach Cuxhaven und nach kurzer Freizeit zum Hafen, wo wir an einer Schiffsfahrt zu den Seehundbänken teilnehmen wollten. Leider war der raue Seebär an Bord des Touristenbootes alles andere als gestresst und verschob die Abfahrt kurzerhand un ca. 60 Minuten, so dass unser Zeitplan völlig aus dem Ruder lief. Mit norddeutschem Zungenschlag versuchte er unser Drängen abzuwiegeln. Auf See versuchte er dann permanent witzig zu sein, was nur leidlich gelang, da sein nuschelndes Geschnatter und die rauschenden Bordlautsprecher kaum zu verstehen. Als wir beim Highlight der Fahrt, bei den Robben angekommen waren, meinte er noch unsere Schüler mit allerhand coolen und zum Teil frauenfeindlichen Witzen veräppeln zu müssen. Naja, er war halt 30 Jahr auf See und halt wohl die gesellschaften Entwicklunge in der Zivilisation verpasst. Leider waren auf Grund der Tide nicht viele Robben zu sehen. Die wenigen aber waren durchaus drollig, wie sie in Brustschwimmer-Manier immer wieder die Köpfchen aus dem Wasser strecken oder sich auf der Sandbank welzten. Nach kurzen Reisestress ging es dann direkt an die Nordsee, wo wir zu einer höchst informativen Wattwanderung aufbrachen. Wir liefen in den Sonnenuntergang hinein und wurden von der Wattführerin sehr kompetent mit Informationen und Lehrkräfte doch tatsächlich mit einem kleinen Piccolo versorgt. Trotz des zeitlichen und organisatorischen Stresses in Cuxhaven war es ein durchaus gelungener Tag.

Der Dienstag gehörte Hamburg. Um zehn ging es mit dem Radl los durch Hamburg. Die Schüler waren nach der sportlichen Wanderung am Vorabend offensichtlich auf den Geschmack gekommen, denn die Freude am Radeln war den künftigen Abiturienten deutlich anzusehen. Der Reiseführer in etwas zu engem Radlerdress und knackiger Radlerhoser führte uns an wichtige Orte des Hafenmetropole und erklärte interessante Fakten. Man munkelt, es war dann aber doch ein Aufatmen bei den Begleitlehrkräften zu hören, als alle teilnehmer verletzungsfrei vom Drahtesel stiegen, befanden sich doch in der Schülergruppe der eine oder andere Schüler, für den die Beschreibung "tollpatschig" oder "vom Pech verfolgt" eine glatte Untertreibung ist. Nach der Mittagspause ging es ins Miniaturwunderland in der Nähe der Elbphilarmonie. Dieses durften die Schüler im Alleingang erkunden. Die Miniaturlandschaften samt "Action-Knöpfe" waren in der Tat beeindruckten, allerdings zwängten die Museums-Guides dermaßen viele Gäste in die schlauchartigen Gänge, so dass man in Gefahr geriet, an Schnappatmung zu leiden. Ob alle Schüler ohne blaue Flecken wieder aus dem Zwergenreich herausgekommen sind, konnte bis dato nicht geklärt werden. Das Museum bot aber wirklich tolle Einblicke. Faszinierend war vor allem das Schauspiel bei Nacht, denn das Wunderland folgt auf zwei Etagen dem Tag-Nacht-Rhythmus, natürlich im Zeitraffer. So kann man das nächtliche Treiben auf dem Flughafen beobachten und die Schweizer Berge im Abendrot bewundern. Bei etwas mehr Zeit und weniger Andrang hätten die Schüler auf wesentlich mehr ausprobieren, das heißt auf die "Spektakel-Knöpfe" drücken können, die zum Beispiel das Ausrücken der Miniatur-Feuerwehr zum brennenden Bergkloster auslöste.

Mittwoch war wieder Reisetag. Dieses Mal ging es nach Bremerhaven. Nach reibungslosem, aber langem Fahrtverlauf erreichten wir das Auswandererhaus, in dem wir verschiedene Auswanderer bei ihrer Fahrt nach New York begleiteten. Die Kulissen waren ansprechend gestaltet, doch Begeisterungsstürmer rief das Museum bei den Schülern nicht hervor. Auch hier war die Zeit etwas knapp bemessen, um sich die Audio-Files detailliert anhören zu können. Direkt nebenan befindet sich das Klimahaus. Nach einer kurzen Einführung konnten die Schüler einmal um den ganzen Erdball laufen, d.h. sie folgten einem Längengrad und durchschritten dabei verschiedene Länder und Klimazonen. Der harmlosen Schweiz und Sardinien folgten relativ schnell afrikanische Staaten wie Niger und Kamerun. Die Hitze war zwar unangenehm aber doch noch auszuhalten. Blöd nur, dass direkt südlich von Kamerun nichts als Ozean ist. Das nächste Festland war also die Antarktis. Gnädigerweise hatten sich die Planer des Klimahauses dazu entschlossen, nicht tiefer als ca -7 Grad herunterzukühlen. Dennoch war der Temperatursturz um knapp 40 Grad ein kleiner Schock. Zuvor vom Leibe gerissene Kleidungsstücke wurden schnell wieder um die geschockten Poren geschlungen. Kaum hatte man sich wieder eingewickelt, schon schlüpfte man von der Kältekammer nach Samoa... schon wieder tropische Temperaturen! Warum muss die Welt auch so eine verdammte Kugel sein! Also wieder raus mit den Klamotten. Erst in Alaska und dann auf der Hallig Langeneß wurde es wieder angenehm. Trotz der Temperaturschwankungen war es eine tolle Reise entlang des achten Längengrades. Die Schüler konnten sich im Anschluss noch im "Future Lab" und anderen Attraktionen austoben, so dass die Reisegruppe am Ende sehr zufrieden nach Hause fahren konnte.

Am Donnerstag ließ man es sich auf der historischen Fleetfahrt durch Hamburg noch einmal gutgehen. Einzig das ständige Durchqueren von Schleusen war etwas mühlselig, da es die zweistündige Fahrtzeit quasi verdoppelte. Nach dem vor allem die weiblichen Teilnehmer am Nachmittag endlich dem so lang ersehnten Shopping frönen durften, folgte am Abend für viele das Highlight: der Besuch des Musicals "Aladdin" in der Neuen Flora. Die wirklich tolle Inszenierung mit Bühnenspektakel, Lichteffekten und Feuerwerk zauberte den Teenagern und jungen Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht und ließ die Augen leuchten. In Abendgarderobe durften die Schüler dann den Abend gemütlich ausklingen lassen, während die beiden Lehrkräfte, übrigens bereits zum zweiten Mal, durch Hamburg irrten und nur mit Mühe den Weg zurück ins Hostel fanden.

Am Freitag bestieg die sehr zufriedene Reisegruppe wieder den Zug nach Würzburg, wo man am frühen Abend ankam und den Eltern freudestrahlend in die Arme fiel. Schüler und Lehrkräfte, die keinerlei Disziplinarmaßnahmen gegen die stets pünktlichen Schüler ergreifen musste, sprachen zurecht von einer sehr gelungenen Fahrt.

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