22.07.2019 | Nachdem sich unsere Wanderkolonne am Samstag morgen um 8:30 am Würzburger Bahnhof in kompletter Wandermontur versammelt hatte, startete die Abifahrt in die Alpen. Nach einer für die deutsche Bahn unüblich pünktlichen Zugfahrt erreichten wir das Städtchen Kufstein. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten und der Hilfe netter Einheimischer kamen wir auf den richtigen Wanderweg.

Was mit relativ gutem Wetter begonnen hatte, endete mit sintflutartigem Regen, in dem wir uns - mit mehr oder weniger guter Laune - den steilen Weg über fast 1.000 Höhenmeter zur Vorderkaiserfeldenhütte hochkämpften. Die Vorfreude auf eine lange, warme Dusche und große Betten zersprang angesichts der Tatsache, dass 90% unserer Wandergruppe der Länge nach nicht ins Bett passten. Die niedrige und wärmetechnisch durchwachsene Dusche führte letztendlich doch zu gut gelaunten und wohlriechenden Schülern, sehr zur Freude der anderen Hüttengäste. Bei einem gemeinsamen, sehr gutem Abendessen klang der Abend aus.

Nach einer überraschenderweise friedlich verlaufenden Nacht im engen Lager war am nächsten Morgen die Freude sehr groß, als wir erkannten, dass wir in der Nacht nicht von Bettwanzen attackiert worden waren. Mit dem umfangreichen Frühstück stärkten wir uns für den "sehr langen, aber auch sehr dünnen" Höhenweg zum Stripsenjochhaus. Hierbei lieferten wir uns eine kleine Schlammschlacht mit den Kühen. Obwohl das Wetter nicht perfekt war, war die Stimmung auf dem Weg super und erreichte bei der Ankunft im Stripsenjochhaus ihren Höhepunkt. Große Mehrbettzimmer mit ECHTEN Betten, schöne Duschen und leckeres Essen boten perfekte Voraussetzungen für zwei wunderbare Tage. Am Montag stand eine entspannte Tagestour zum Stripsenkopf ohne den schweren Rucksack auf dem Plan. Während unsere motivierten Lehrer den langen Rückweg über den Feldberg bestritten, zogen wir die Rückkehr über den Panoramaweg vor und verbrachten so einen gemütlichen Nachmittag an der Hütte. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zur Gaudeamushütte. Hierbei teilte sich unser Weg: der motivierte und schwindelfreie Teil machte sich über den Eggersteig und die Steinerne Rinne auf den Weg zum Ellmauer Tor, bestieg noch „schnell“ einen Gipfel und war knapp schneller bei der neuen Hütte: Der „Gaudi“ vom Alpenverein MSP. Der Rest entschloss sich für einen gemütlichen Abgang nach Griesenau und fuhr mit dem Bus über Ellmau zur Wochenbrunner Alm. Auf der Gaudeamushütte trafen unsere beiden Gruppen wieder aufeinander, was mit leckerem Kaiserschmarrn gefeiert wurde. Hier waren wir auch wieder in kleineren Zimmern, diesmal durften wir sogar ohne unsere Lehrer in einem Zimmer schlafen. Diese Chance wurde selbstverständlich genutzt, wobei wir allerdings etwas in Konflikt mit der Hüttenruhe und unseren Nachbarn gerieten:"Geeeh, seitz a bissal leiser bittäh". Mittwochs machten wir bei super Wetter den Rundweg zum Schleierwasserfall. Nach einer ohne Zwischenfälle incl. einer kurzen Kletterpassage für alle.  Nach einer ruhig verlaufenden Nacht machten wir uns am Donnerstag auf den Weg zur Pension Maier am Hintersteinersee. Auf diesem Höhenweg war ein kleiner Klettersteig eingebaut, welchen wir allerdings ohne Probleme, eigentlich sogar mit Bravour meisterten. Nachdem uns Platzregen überraschte und wir eine Pause an einer Hochalm einlegten, kamen wir fast schon wieder trocken an der Pension an.

Wir alle machten uns, nach dem Bezug der 2- und 3-Bettzimmer, auf den Weg zum See, wo der Großteil von uns in das kühle Nass sprang. Am nächsten Tag mussten wir uns von unserem neu gewonnen Freund Balu, dem Hund der Wirtin, leider schon wieder verabschieden. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir nach Kufstein ab und nahmen den Zug nach München. Abgesehen davon, dass wir unseren Anschlusszug verpassten, weil ein Teil von uns seinen Hunger unbedingt bei McDonalds stillen wollte, und die Deutsche Bahn nicht immer weiß, was Klimaanlagen und funktionierende Türen sind, verlief die Heimfahrt an den Würzburger Bahnhof hauptsächlich schlafend.

Alles in allem kann man sagen, dass es eine rund um gelungene Abifahrt der etwas anderen Art war und wir viele Erfahrungen gemacht haben (z. B. die Matratzenlager in der Vorderkaiserfeldenhütte), die wir im Nachhinein nicht missen möchten, auch wenn einige von uns das ein oder andere Erlebnis nicht unbedingt wiederholen wollen.

Die Chancen stehen wohl nicht schlecht, dass ein paar von uns nach dem Abi die Alpen wieder sehen und durchwandern.