12.07.2019 | Im Rahmen des Biologieunterrichts unternahm die Klasse 10b im Juli eine Exkursion an den Romberg (oberhalb der WAREMA) unter Begleitung der Lehrkräfte Frau Prößler und Frau Liebl. Dort befinden sich seit vielen Jahrzehnten Streuobstwiesen, die schon längere Zeit nicht mehr genutzt wurden und daher stark verbuscht waren.

Im Rahmen des LIFE+ Projektes „Weinberg und Streuobst auf Muschelkalk“ wurden diese Flächen entbuscht, um die typische und artenreiche Flora und Fauna zu fördern. Die Flächen sind zudem nicht isoliert zu betrachten, sondern dienen zusammen mit anderen Flächen an Main, Saale und Wern als Verbundachse zwischen ähnlichen Flächen im Mittelmeerraum und den südosteuropäischen Steppen. Zu den Charakteristika dieses Standortes gehört es, dass die dort vorkommende Vegetation besonders gut an drei Umweltfaktoren angepasst ist: hohe Sonneneinstrahlung und Temperatur an den Hängen, ein kalkreicher Boden durch Muschelkalk als Ausgangsgestein und ein niedriger Gehalt an Stickstoffverbindungen (mager) im Boden, die für das Pflanzenwachstum unerlässlich sind. Aus diesen Gründen bezeichnet man derartige Flächen auch als Kalkmagerrasen.

Mit Bestimmungsbüchern ausgestattet  arbeiteten die Schüler engagiert und hatten nach kurzer Zeit zahlreiche Erfolge beim richtigen Bestimmen von Pflanzen. So wurden Wegwarte, Ackerwinde, Ackerwitwenblume, Schafgarbe, Wiesenflockenblume, Weiße Lichtnelke, Taubenkropf-Leimkraut und vieles mehr entdeckt. In der anschließenden Unterrichtsstunde wurden für die gefundenen Pflanzen sogenannte Zeigerwerte, die in Tabellen vorliegen, nachgeschlagen. Zeigerwerte geben den Schwerpunkt des Auftretens der Pflanze an unter natürlichen Konkurrenzbedingungen. So lassen sich aufgrund des Vorkommens der Pflanzen Rückschlüsse ziehen auf den Lebensraum.

Die Schüler hatte sichtlich Spaß daran, ihre Heimat zu erkunden und ihre Artenkenntnis zu erweitern.