20.07.2018 | „Voll der Osten“ hieß es am vergangenen Montag im Balthasar-Neumann-Gymnasium, als MdB Bernd Rützel (SPD) die gleichnamige Fotoausstellung, herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und OSTKREUZ Agentur der Fotografen, eröffnete. Zu sehen sind Fotos von Harald Hauswald sowie Texte von Stefan Wolle über Alltagsszenen aus dem Leben der DDR.

In seiner Begrüßung betonte Schulleiter Dr. Hartmut Beck, dass die Geschichte des geteilten Deutschlands auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Identität bedeute und im Rückblick manchmal auch kurios gewesen sei. Als Beispiel nannte er das sportliche Aufeinandertreffen der beiden deutschen Fußballmannschaften bei der WM 1974 oder die 40 Jahrfeier zum Bestehen der DDR am 7. Oktober 1989 – wenige Wochen vor dem Beginn des Endes der DDR.

MdB Bern Rützel machte die SchülerInnen der Jahrgangsstufen 10 und 11, die anlässlich der Eröffnung in der Bibliothek versammelt waren, neugierig auf die Ausstellung, indem er eine der zentralen Fragen aufwarf, die den Umgang mit der DDR-Geschichte bis heute prägen: „Wie konnte nach der Nazi-Diktatur erneut eine Diktatur in Deutschland entstehen?“ Die SchülerInnen seien ja nur über den Unterricht oder vom Hörensagen über die DDR informiert, die Ausstellung aber biete weitere interessante Einblicke und Vertiefungen, so Rützel in seiner Eröffnungsrede. Er lud auch die Schüler ein, mit ihren Handys die abgedruckten QR-Codes zu scannen, um die kurzen Videointerviews mit dem Fotografen über den Kontext der entstandenen Bilder ansehen zu können.

In der zweiten Hälfte der Eröffnung trugen Schüler Fragen oder persönliche Erfahrungsberichte bei, was die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte facettenreich gestaltete und auch Rückschlüsse auf die eigene Lebenswelt der SchülerInnen ermöglichte. Die erzwungene Genügsamkeit der „Ossis“ sei aus unserer heutigen konsumorientierten Sicht, vielleicht nicht unbedingt nur negativ zu bewerten, schlussfolgerte Bernd Rützel. Auch die an diesem Tag leider verhinderte Zeitzeugin habe ihm bestätigt, dass man eine glückliche Jugend in der DDR habe verbringen können. „Dennoch gab es in der DDR auch viele Repressalien“, so Rützel.

Zum Abschluss geleitete der Abgeordnete die SchülerInnen noch durch die Ausstellung in der Aula des BNG, wo sie bis Freitag für alle Interessierten zugänglich sein wird.

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