04.05.2018 | Anlässlich des Europatages, dem 4. Mai, versucht das Balthasar-Neumann-Gymnasium jährlich politische Vertreter an die Schulen zu holen, um einen politischen Diskurs mit den Schülern zu führen und einen Einblick in das Arbeitsleben von Politikern zu ermöglichen. Nachdem in den letzten Jahren Vertreter der SPD und CSU nach Marktheidenfeld gekommen waren, trat der Fachbetreuer für Sozialkunde, Sven Blöchinger, an die Landtagsabgeordnete Kerstin Celina von Bündnis 90/Die Grünen und konnte sie für zwei Stunden ebenfalls ans BNG lotsen.

Zunächst erfolgte eine kurze Vorstellung und ein Einblick in die Lebenssituation sowie die Arbeitsbereiche der Landtagsabgeordneten, die auch sozial- arbeitsmarkt- und jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist. Dann folgte eine Fragerunde mit den 78 Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen, welche zum Schuljahresende auch eine Reise nach Berlin unternehmen werden. Dabei wurden eine ganze Bandbreite verschiedener Themen diskutiert und es zeigte sich, dass die Schüler landespolitische, bundespolitische und internationale Themen bewegen. Ein besonderes Gespür für eine zunehmende Politikverdrossenheit in Deutschland erwies die Frage, wie nach Ansicht von Frau Celina Jugendliche zum Wählen motiviert werden könnten. Diese sprach sich deutlich dafür aus, bereits Schüler ab 16 zu Wahlen zuzulassen, zumal diese in den verschiedenen Unterrichtsfächern verschiedene politische Aspekte behandelten und somit durchaus in der Lage seien,  eine fundierte politische Entscheidung zu treffen. Sie erlebe Jugendliche oft vielseitiger interessiert als manchen Erwachsenen. Die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung durch die neuen Medien liege Schülern zudem eher offen, als älteren Menschen.

Im weiteren Verlauf fragten die Schüler, ob Bundeswehr und Polizei besser ausgestattet werden müssten, wie die Meinung zu einem bundesweiten Zentralabitur sei und welche Maßnahmen im Kampf gegen einen Mangel an Altenpflegern oder Medizinern auf dem Lande sinnvoll seien. Auf die Frage der SchülerInnen zu ihrer Position im Streit um den Beschluss des Ministerpräsidenten, Markus Söder, staatliche Behörden zum Aufhängen von Kreuzen zu verpflichten, erklärte sie, dass sie sich seit Tagen auf allen Ebenen in diese Diskussion aktiv einschalte: „Wenn das Christentum schon als Wertemaßstab herangezogen wird, dann müssen sich auch Gesetze daran messen lassen können“, fasste Kerstin Celina  zusammen.

Auf eine persönlichere Frage, ob sie sich vorstellen könne, Bundeskanzlerin zu werden, verneinte die Landtagsabgeordnete. Die liege aber nicht am Interesse oder der Eignung, sondern vielmehr an den Anfeindungen, denen man sich in einem solchen Amt ausgesetzt sieht. Bereits als Mitglied der Landesfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erhalte sie Mails dieser Art und über das Internet. „Ich möchte nicht diesen extremen Druck“, bekräftigte sie anschließend, denn das Arbeitspensum sei enorm und das Privatleben auf der Strecke.

Nach 90 Minuten bedankten sich die Schülerinnen und Schüler mit einem kräftigen Applaus für eine informative und interessante Diskussionsrunde.

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