23.03.2019 | Schüler sollen sich mit ihren politischen Anliegen ernst genommen fühlen – mit diesem Satz ließe sich der Besuch der Landtagsabgeordneten der Freien Wähler und Staatssekretärin für Unterricht und Kultus, Anna Stolz, wohl am besten beschreiben. Deshalb hatte sie am vergangenen Montag, dem 18.3., auch ein offenes Ohr für die zum Teil kritischen Stimmen der SchülerInnen der 10. Klassen des Balthasar-Neumann-Gymnasiums in Marktheidenfeld.

Die Fachschaft Sozialkunde unter der Leitung von Sven Blöchinger hatte Anna Stolz eingeladen, mit den Schülern über Sachthemen zu diskutieren. Vorab aber gab Anna Stolz einen Einblick in ihren politischen Werdegang und zeigte damit den SchülerInnen, dass sich die politische Arbeit nicht ausschließlich im Landtag oder Bundestag abspielen muss. Auch politisches Engagement auf kommunaler Ebene sei sehr wichtig, auch damit könne viel bewegt werden, so die Staatssekretärin, die ihre politische Karriere als Bürgermeisterin von Arnstein begonnen hatte.

Auf die ökologisch orientierte Schüler- und Studentenbewegung „fridaysforfuture“ angesprochen, welche politische Untätigkeit angesichts des Klimawandels kritisiert, lobte Anna Stolz ausdrücklich das politische Interesse der Jugendlichen. „Trotzdem gilt die Schulpflicht“, betonte sie. Politisches Engagement hänge nicht von der Tageszeit ab, demonstrieren könne man auch außerhalb der Schulzeit. Das gäbe zudem den jungen Menschen, die keinen Unterricht verpassen wollen, die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Zeitgleich verwies sie auf die Einladung zur Klimakonferenz durch den bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber, auf der man sich mit den Anliegen der Schüler und Studenten auseinandersetzen möchte. „Wir sehen, dass dieses Thema viele Jugendliche bewegt“, so Anna Stolz. „Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, hier müssen wir alle an einem Strang ziehen, Gesetze oder Verbote zu erlassen, genügt nicht“, antwortete sie auf die Nachfrage, was Politiker in dieser Angelegenheit zu tun gedenken. Auch konkrete Maßnahmen vor Ort und im freiwilligen Bereich seien notwendig, ergänzte sie.

Ein weiterer Themenaspekt widmete sich der Frage nach der Handynutzung in der Schule. Die SchülerInnen zeigten sich zufrieden angesichts des Pilotprojekts, das auch die private Nutzung am BNG innerhalb fester Zeiten erlaubt. Trotzdem sahen sie Probleme bei der Medienkompetenz vor allem jüngerer Schüler und forderten, die Schule müsse möglichst früh über Gefahren des Handys und Internets aufklären. „Hass-Kommentare und Fake-News sind eine große Herausforderung“, bestätigte Anna Stolz die Sorgen der SchülerInnen. Im bayerischen Lehrplan sei daher Medienkompetenz als schulart- und fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel fest verankert. Außerdem werden im Rahmen der Initiative „Werte machen Schule“ des Bayerischen Kultusministeriums ab dem nächsten Schuljahr SchülerInnen in Unterfranken zu Wertebotschaftern ausgebildet. Sie erlernen dadurch Basiskompetenzen zur Wertebildung, zur Kommunikationsfähigkeit und zur Teamführung. Der Umgang mit modernen Medien spielt dabei eine große Rolle. Im letzten Themenaspekt prangerten die SchülerInnen an, dass ihrer Ansicht nach keine Bildungsgerechtigkeit herrsche, vor allem bei der Studienvergabe mittels Numerus Clausus. Da das bayerische Abitur schwerer als das anderer Bundesländer sei, fühlten sie sich hier benachteiligt und hakten nach, welche Maßnahmen zur Angleichung der Abiturprüfung geplant seien. Anna Stolz bezeichnete daraufhin das bayerische Abitur als „Gütesiegel“ und betonte, es sei nicht im Sinne des Ministeriums, das bayerische Niveau abzusenken. Für mehr Vergleichbarkeit zwischen den Ländern gebe es aber bereits einen Aufgabenpool, der gemeinsam entwickelt worden sei und aus dem die Länder Aufgaben für die Abiturprüfungen entnehmen. Sie habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich Studenten aus anderen Bundesländern häufig schwerer täten als bayerische Studienanfänger. Die Staatssekretärin sei stolz auf die Leistung der bayerischen Schülerinnen und Schüler.

Zum Ende der Veranstaltung dankte Schulleiter Dr. Hartmut Beck Anna Stolz für ihr Kommen. Auch die Schüler applaudierten und zeigten damit, dass sie sich mit ihren politischen Anliegen ernst genommen fühlten.

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