Hinter dem Label „vokal royal“ verbirgt sich eine innovative Zusammenarbeit zwischen unterfränkischen Gymnasien und der Hochschule für Musik Würzburg. Wie kann man musikbegeisterte Jugendliche aus verschiedenen Schulen zusammenbringen? Diese Frage stellte sich Johannes Unsinn, Musiklehrer am Gymnasium in Marktheidenfeld und bisheriger Fachreferent Musik beim Ministerialbeauftragten für die unterfränkischen Gymnasien, ganz am Anfang dieses besonderen Projekts.
Ziel war es, einen Chor aus Schülerinnen und Schülern unterfränkischer Gymnasien zu formieren und ihnen damit musikalische Möglichkeiten zu eröffnen, die weit über das hinausgehen, was viele von ihnen aus ihren eigenen Schulchören kennen.
Mit dieser Idee ging er auf die Würzburger Musikhochschule zu und fand in Prof. Christoph Dartsch, der dort die Dirigierausbildung der künftigen Musiklehrkräfte leitet, einen engagierten Mitstreiter bei der Realisation des Projekts. Denn es sollte auch den dortigen Studierenden die Möglichkeit eröffnen, vier Tage lang mit „echten“ Schülerinnen und Schülern musikalisch zu arbeiten – eine lehrreiche Berufsvorbereitung. Für die Schülerinnen und Schüler wiederum ergab sich so nicht nur die Gelegenheit anspruchsvolle Chorwerke zu erarbeiten, sondern auch einen Einblick in den Alltag einer Musikhochschule zu erhalten. Probenräume, professionelle Anleitung und die Atmosphäre eines musikalischen Studienbetriebs wurden unmittelbar erlebbar.
Das Resultat: Eine gut besuchte, brillante Konzertstunde in der Würzburger Musikhochschule am 13. März. Ein blitzsauber, präzise und klangvoll singender Chor aus 30 Schülerinnen und Schülern, unterstützt von einem Streicherensemble, brachte unter Leitung von Studierenden der Schulmusik englische Madrigale des 16. Jahrhunderts zur Aufführung – klassischer geht’s kaum. Dabei schauten Begeisterung und Engagement den jungen Leuten aus allen Knopflöchern; eine gekonnte Moderation, die die Mitwirkenden selbst erarbeitet hatten, führte durch das Programm. Bei den abschließenden Dankesworten an Organisatoren, Mitwirkende und den unterstützenden Ministerialbeauftragten Dr. Robert Christoph wurde deutlich: Das Ergebnis der vier Probentage hat die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen.
Das sollte Verpflichtung sein, unbedingt weiterzumachen, damit der grandiose Kulturschatz der Klassischen Musik nicht immer mehr zum Divertissement eines elitären Seniorenzirkels verkommt.
