Ein kurzer Online-Ausflug nach Frankreich mit Baptiste Moulac von FranceMobil

Animationen im Distanzunterricht

Zwölf französische Lektorinnen und Lektoren von FranceMobil sind in diesem Schuljahr auf Deutschlands Straßen unterwegs. Sie besuchen deutsche Schulen mit dem Ziel, Jugendliche spielerisch für Frankreich und die französische Sprache zu begeistern. Das BNG empfängt seit Jahren Muttersprachler und lädt sie oft in die 5. Klassen, die noch vor der Wahl der 2. Fremdsprache, Französisch oder Latein, stehen. In diesem Schuljahr war es pandemiebedingt nicht möglich, diese Präsenzveranstaltung durchzuführen.

Umso mehr habe ich mich über die Anfrage von Baptiste Moulac, dem FranceMobil-Lektor für Nordbayern, gefreut: Auch in Zeiten von Corona möge er mit deutschen Schülern in Kontakt treten, um für seine Heimat und deren Kultur zu werben. Er könne im Rahmen des Distanzunterrichts Online-Animationen zum Thema „La culture française“ anbieten. Ob ich Interesse habe?  Bien sûr! Und so durften Ende April die Französisch-Gruppen aus den 6. und 7. Klassenan vier Terminen „Frönkreisch“ ein wenig anders erleben als im Unterricht.

Zu sehen gab es für die 7.-Klässler nicht nur ein kurzes Video über Baptistes Heimat Rennes und die Bretagne, die zufälligerweise auch gerade Unterrichtsthema sind, sondern es mussten auch zum Teil recht knifflige Fragen darüber beantwortet werden, was eigentlich typisch deutsch und typisch französisch ist. Das sogenannte „Franzbrötchen“ kommt zwar aus Hamburg, für die Schülerinnen und Schüler sah es aber einstimmig wie eine französische Spezialität aus. Die Crêpes wurden allerdings dann doch ohne Zögern nach Frankreich sortiert. Unsicherheit zeigte sich dann beim Mont St. Michel – gut, dass die Besichtigung des meistbesuchten Klosters der Welt in der Normandie zum Standardprogramm des Schüleraustausches gehört – wir hoffen, dass dieser Jahrgang dann in zwei Jahren auch wieder selbst unsere Partnerschule in Montfort sur Meu besuchen wird.

Die 45 Minuten vergingen für die 6.-Klässler auch wie im Flug: Nach einer kleinen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde ging es mit einem Ratespiel los. Dabei mussten die Schüler das Land, in dem die gezeigten Fotos geschossen wurden, richtig nennen: Deutschland oder Frankreich. Den Garten vom Versailler Schloss erkannten sie problemlos, die Stadt Ulm hingegen war schwerer zu erraten. Weiter ging es mit dem Lernen von Tiernamen auf Französisch: „éléphant“ schreibt man nunmal anders als im Deutschen. Anschließend mussten die Schüler ihre Kompetenzen im Hörverstehen unter Beweis stellen und in französischen Liedern die gesungenen Tiernamen heraushören. Diese Aufgabe meisterten sie mit Bravour! Bevor sich Herr Moulac verabschieden musste, lernten die Schüler auch, dass man im Westen Frankreichs gesalzene Butter isst, und sie erfuhren, woher der Name der wohl berühmtesten Käsesorte Frankreichs, des Camemberts, kommt:

  • Weil derjenige, der diese Käsesorte erfunden hat, „Herr Camembert“ hieß?
  • Weil die Kuhrasse, aus der die Milch für Camembert gewonnen wird, „Camembert“ heißt?
  • Weil diese Käsesorte aus einem Ort stammt, der „Camembert“ heißt?

Unsere Schüler wissen jedenfalls Bescheid! ?

Natürlich können solche Videokonferenzen die bei uns beliebten Besuche des FranceMobil nicht ersetzen, dennoch waren die kurzweiligen und charmanten Animationen eine erfrischende Abwechslung für alle Französischschülerinnen und -schüler der 6. und 7. Jahrgangsstufe.

05.05.2021 | Aurélie Cormerais & Pamela Nembach